Patronenetui nähen für die wunderbare .30-06 Springfield

Wer kennt sie nicht, diese leidige Diskussion, ob Patronen nun lieber in einem Filz- oder einem Lederetui aufbewahrt werden wollen. Die bösen Überreste der noch viel böseren Chromgerbung greifen das Messing an!

Um zu verhindern, dass sich meine wertvolle Munition unter Einfluss des Leders quasi über Nacht auflöst, erwarb ich vor ein paar Jahren Filzetuis, schick, weich und angenehm in der Hosentasche zu tragen.

Nur haltbar sind sie offensichtlich nicht...

Womit wir wieder bei Leder als Alternative angekommen wären.

Hier lag noch ein Rest vegan/vegetabil/debil-, superöko- und garantiert chromfrei gegerbtes Leder einer Kuh, welche ihre Haut freiwillig hergegeben hat, herum und da dieses Material, über jeglichen Zweifel höchst erhaben und vermutlich positive esoterische Energien auf die Geschosse übertragend, durch nichts anderes übertroffen werden kann, beschloss ich daraus ein Etui zu nähen.

Nach etwas Recherche im Netz hinsichtlich des Designs traf ich meine Wahl (und ich war entsetzt wieviele dieser Täschchen auf dem Markt doch tatsächlich immer noch aus Leder sind) und entwarf folgenden Plan:

Hier auch als PDF erhältlich

Alles was benötigt wird, sind zwei kleine Fetzen Leder, etwas Garn und eine starke Nadel oder besser eine Ahle. Ich habe die Lederstücke übereinandergelegt, den PDF-Ausdruck des Plans obenauf gelegt und die Nähte, welche durch die gestrichelten Linien markiert sind, auf das Leder übertragen. Dazu gibt es Rändelräder oder man nimmt eine Kuchengabel, Hauptsache es sind hinterher kleine Abdrücke der Stellen im Material, an denen später gestochen wird und die Abstände sind einigermaßen gleichmäßig.

Kann das Leben wirklich so einfach sein?

Oh ja:

Das geübte Auge wird vielleicht erkennen, dass ich noch kleine Ovale in die Öffnungen geschnitten habe, was das Herausziehen der Patronen deutlich vereinfacht.

Man könnte das Filztäschlein natürlich auch einfach reparieren...